Erotisches Tantra?
Im Westen wird Tantra meistens gleichgesetzt mit dem erotisch-therapeutischen Tantra, dieses hat aber je nach Anbieter überhaupt keine oder nur sehr geringe Berührung mit echter tantrischer Tradition. Ich bin seit langem daran interessiert, diesem Umstand abzuhelfen, indem ich Tantra-Anbieterinnen in
tantrischer Tradition unterrichte, natürlich auch Interessentinnen, die bis jetzt nur ein paar Tantra-Seminare gemacht haben. Das soll zu einer Synthese zwischen diesen beiden Richtungen führen.
In diesem Text stelle ich die Unterschiede zwischen ursprünglichem Tantra (buddhistisch und hinduistisch) und dem erotisch-therapeutischem Tantra dar, dieser geht auch auf einige Problematiken in der Tantra-Szene ein:
Tantra - Verirrungen und Erleuchtungen
Ich bin schon mehrmals von Tantra-Anbieterinnen in deren Gruppen eingeladen worden, um dort Einweihungen und Instruktionen für buddhistisches Tantra zu geben, inklusive den Erklärungen zur Praxis der sexuellen Vereinigung. Alle diese Einweihungen in tantrisches Gottheitenyoga gehen ohne Nacktheit und ohne irgendeine Form von erotischer Berührung vor sich (das muss hier festgestellt werden, weil das in den Quelltexten oft anders dargestellt wird. Dort ist aber von Übenden die Rede, welche sich schon lange kennen und die schon lange kontinuierlich die nicht-sexuellen Bereiche der tantrischen Meditation üben, siehe dazu den vorher erwähnten Text. Vereinigungspraxis ist im ursprünglichen Tantra immer eine sehr fortgeschrittene Praxis, es ist nicht möglich, gleich damit zu beginnen).
Ich gebe Einweihung und Instruktion aber gern auch an Einzelpersonen oder Paare, welche ursprüngliches Tantra kennen lernen wollen, in jedem Fall ist nach der Einweihung längere tägliche Praxis erforderlich, um die Kräfte zu erlangen, das Minimum liegt bei einer Stunde am Tag. Diese Stunde besteht aus einer Stunde SITZEN, nicht Vereinigungspraxis, und dabei werden die drei Phasen der tantrischen Meditation durchgeführt:
Erzeugungsphase mit Visualisation und Mantra, Vollendungsphase mit Atemübungen und Visualisationen zur Aktivierung des Zentralkanals und der Chakras,
Auflösungsphase mit stiller formloser Meditation.
Ohne ständige Praxis geht nichts, mit ständiger Praxis werden sich in absehbarer Zeit auch Resultate zeigen. Diese Aussage scheint Besucherinnen von Tantra-Seminaren immer wieder Probleme zu machen, weil hier die Erfahrungen im Seminar passieren. In meinen Seminaren passieren keine besonderen Erfahrungen, um so mehr dann bei der nachfolgenden Übung, die von mir auch betreut wird (d. h. es ist jederzeit möglich, mir per Mail oder Telefon Fragen zur Praxis zu stellen). Originales Tantra ist mehr als eine Wohlfühl-Strategie, es ist ein steiler und anspruchsvoller Weg spiritueller Disziplin, der zu dauerhaft bleibenden höheren Bewusstseinsstufen führt, stets verbunden mit ekstatischer Freude, aber auch mit dem Wachstum ungeahnter geistiger Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Kurukulla, eine tantrische Göttin,
gemalt von Eva Aurenhammer.
Eingänge
Erotisches Tantra?
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