Ausbildung Vidyadhara Tantra
Teilnahmevoraussetzungen sind das Beherrschen der deutschen Sprache, die Fähigkeit, englische tantrische Literatur zu lesen (da viele Texte nur in englischen Übersetzungen vorliegen), ein Internetanschluss und die finanzielle bzw. organisatorische Möglichkeit, zum Einstieg in das Seminar und danach etwa einmal im Jahr zu einem Präsenzseminar nach Österreich zu reisen.
Die Ausbildung erfolgt in drei Zyklen, die in beliebiger Reihenfolge absolviert werden können, man kann jederzeit unterbrechen oder ganz aussteigen, es gibt keinerlei Bindungen an Personen, Traditionen und für wahr gehaltene Konzepte. Die mündlichen Instruktionen enthalten immer Teile, welche an die individuellen Gegebenheiten der Studierenden angepasst werden, die Vorgehensweise ist nur für Personen geeignet, die autonom, kritisch und kreativ mit bewusstseinserweiternden Methoden umgehen wollen, sie ist definitiv ungeeignet für Leute, die nur darauf warten, dass ihnen jemand sagt, was sie tun und was sie lassen sollen, um "dem authentischen Dharma zu folgen".
Der Guru-Zyklus
Bitte vergessen Sie alle bisherigen Assoziationen zum Begriff Guru. Es geht nicht um "Hingabe an den Lama" oder gar kritiklosen Gehorsam gegenüber einem solchen. Der Guru gibt die Einweihungen und Lehren, vor allem zeigt er durch sein eigenes Beispiel, dass eine Verwirklichung der Resultate der Lehren möglich ist. Der Guru ist das lenkende, leitende Prinzip in uns selbst, der innere Guru, welcher unseren Weg bestimmt. Dieser kann durch die Praxis des Guru-Yoga gefunden werden, davon gibt es äußere, innere und geheime Formen. Das in dieser Ausbildung gelehrte Guru-Yoga bezieht sich bewusst NICHT auf eine lebende Person, was zu zahlreichen neurotischen Projektionen der Übenden in eine vermeintlich wissende Vaterfigur führen würde, und auch die Gefahr von Machtmissbrauch seitens des Guru herauf beschwört. Mittelpunkt des Guru Yoga ist Padmasambhava, eine der wichtigsten Personen in der Frühgeschichte der buddhistischen Tantras, die 84 Mahasiddhas und andere frühe Meister (darunter auch etliche Frauen: Mandarava, Yeshe Tsogyal, Niguma, Sukkhasiddhi und andere). Padmasambhava hat zahlreiche Erscheinungsformen, die spezielle Teile der tantrischen Lehren abdecken, diese beinhalten unter anderem den buddhistischen Gelehrten, den wilden Yogi, den dämonenunterwerfenden Magier, den Meister der Liebeskunst, den Schamanen und viele mehr.
Der Eintritt in den Guru-Zyklus beginnt mit einer einwöchigen Einweihung in die acht hauptsächlichen Erscheinungsformen von Padmasambhava.
Die Praxis dazu muss mindestens ein Jahr lang regelmäßig ausgeführt werden, dazu ist auch ein mindestens zweiwöchiges Solo-Retreat zu absolvieren.

Padmasambhava und Yeshe Tsogyal
Der Deva-Zyklus
Der Deva (besser bekannt mit dem tib. Begriff Yidam) führt zu den höheren Bewusstseinskräften, den magischen Kräften der Tantras, Siddhis genannt.
Es handelt sich dabei immer um ein Gottheitenpaar in sexueller Vereinigung, umgeben von einem Mandala weiterer Gottheiten. Die Adeptin, welche die Ausbildung macht, kann einen Yidam unter folgenden Möglichkeiten frei wählen:
- Hevajra, siehe dazu das Hevajra Projekt
- Vajrakila: ist ein zornvoller Yidam, der mit dem magischen Dolch (Kila) die Dämonen unterwirft. Er wird für eine breite Palette von Anwendungen benutzt. Dämonen können eigene Angewohnheiten und Konzepte sein, welche die Erkenntnis der Nondualität verhindern, aber auch Geister im weitesten Sinn des Wortes, störende Manifestationen jeder Art. Es gibt vier Arten von Vajrakila, die ersten drei entsprechen der Erzeugungs-, Vollendungs- und Auflösungsphase, die vierte, die "Riten des materiellen Kila" dienen zum Zerstören konkreter äußerer und innerer Hindernisse. Zu Vajrakila existiert ein alter, sehr ausführlicher Kommentar in englischer Übersetzung. Mehr zu Vajrakila
- Chakrasamvara: ähnlich wie Hevajra ein Mutter bzw. Yogini/Dakini-Tantra. Das Wurzeltantra, in einer ausgezeichneten englischen Übersetzung zugänglich, ist aufwendiger zu studieren und zu üben als das von Hevajra.
Der Eintritt in den Deva-Zyklus beginnt mit einer siebentägigen Einweihung. Ich berate auf Wunsch bei der Wahl des Yidam, es gibt dafür auch noch weitere, hier nicht aufgeführte Möglichkeiten. Als Hinleitung dazu gibt es auch 1-2 tägige Einweihungen, aber aufgrund der komplexen Inhalte ist die erforderliche vollständige Einweihung inklusive aller Instruktionen dazu nur in einem einwöchigem Retreat möglich.
Die Praxis dazu muss mindestens drei Jahre lang regelmäßig ausgeführt werden, dazu sind mehrere zweiwöchige oder besser ein einmonatiges Solo-Retreat zu absolvieren. Die Praxis besteht immer aus Erzeugungs-, Vollendungs- und Auflösungsphase sowie fallweise magischen Anwendungen.

Vajrakila
Der Dakini-Zyklus
Die Dakini, meistens eine tanzende nackte Göttin, führt zur Ekstase des Pfades, sie öffnet die Energiekanäle und gibt manchmal die höchsten Einweihungen und Erkenntnisse. Mehr zur Bedeutung des Dakini-Begriffs:
Die Dakini im Zwielicht
Auch hier gibt es einige Wahlmöglichkeiten:
- Simhamuka, die löwenköpfige Dakini. Simhamukha ist eine zornvolle, dunkle, hexenhafte, extrem dynamische weibliche Figur, sie deckt verborgene Zusammenhänge auf, demaskiert Täuschungen, bereinigt vertracktes Karma, löst Schuldgefühle auf und kehrt Flüche um. Simhamukha war unter den tantrischen Zauberern Nordindiens eine sehr beliebte, meistens auch sehr geheim gehaltene Praxis.
John Reynolds über Simhamuka (E)
- Kurukulla war ursprünglich eine Liebesgöttin aus dem hinduistischen Tantra, im buddhistischen Kontext führt sie zum Erlangen der so genannten magischen roten Buddha-Aktivität des Magnetisierens und Kontrollierens. In der Praxis bedeutet das eine Steigerung des Charismas und der Durchsetzungsfähigkeit, in der fortgeschrittenen Phase manifestieren sich "verzaubernde" Siddhis.
John Reynolds über Kurukulla (E)
- Vajrayogini oder Vajravarahi, das Urbild der buddhistischen Dakini, in vielen Formen existent.
- Yeshe Tsogyal, die tibetische Gefährtin von Padmasambhava, die Praxis ist gleichzeitig ein wichtiges Guru-Yoga auf einen weiblichen Meister.
Der Eintritt in den Dakini-Zyklus beginnt mit einer zweitägigen, unter Umständen einwöchigen Einweihung. Es gibt weitere, hier nicht aufgeführte Möglichkeiten. Die Praxis dazu muss mindestens ein Jahr regelmäßig ausgeführt werden, dazu ist auch ein mindestens zweiwöchiges Solo-Retreat zu absolvieren.
Die drei Zyklen Guru, Deva, Dakini können in beliebiger Reihenfolge geübt werden. Die hier versammelten Angebote wurden auch im Hinblick darauf ausgewählt, dass bereits eine ausreichende Dokumentation in Deutsch oder Englisch vorliegt (das ist bei hundertern Texten nicht der Fall die nach wie vor nur in Sanskrit oder Tibetisch vorliegen).
Mit den Praktiken der "Drei Wurzeln", nämlich Guru, Deva, Dakini (tib. Lama, Yidam, Khandro), die alle drei in der Art des inneren Tantra geübt werden (also als Selbst-Identifikation, nicht als dualistische Verehrung) sind nach den Lehren der ursprünglichen indischen buddhistischen tantrischen Tradition alle Methoden-Aspekte vollständig abgedeckt, dazu kommt noch der stets parallel geübte Weisheitsaspekt, die Auflösungsphase, Mahamudra bzw. Dzogchen. Nach Abschluss dieser Zyklen erfolgen noch weitere Instruktionen, zum Beispiel zu den Lehrbeschützern (Dharmapala) sowie zur Integration von Methoden der westlichen magischen Traditionen in die Tantras. Die Ausbildung erfolgt völlig individuell und berücksichtigt alle bereits vorhandenen Erfahrungen und Interessen.
Die Übungen in der Ausbildung Vidyadhara Tantra führen zu tiefen Erkenntnissen über die Natur des Bewusstseins, zur Verwirklichung sämtlicher Wünsche auf allen Ebenen und zu höheren Bewusstseinskräften. Die Ausbildung endet nicht mit irgend einer Art von Autorisation (zum Lehren), weil ich solche Ideen grundsätzlich ablehne, eine echte Verwirklichung bedarf keiner Bestätigung. Es ist der Eigenverantwortung der Yogini überlassen, ab wann sie die Ausbildung als abgeschlossen betrachtet und in welcher Weise sie die erlangten Kenntnisse und Fähigkeiten verwendet.
Es ist aber möglich, entweder eine Teilnahmebestätigung mit genauer Beschreibung der Inhalte zu erhalten oder ein Zertifikat, welches den erfolgreichen Abschuss der Ausbildung bestätigt, in diesem Fall muss aber eine schriftliche und mündliche Abschlussprüfung abgelegt werden - bei beiden Prüfungen geht es NICHT um auswendig gelerntes Wissen, sondern um ein Verständnis der Lehren. Ein Antreten zu dieser Prüfung setzt einen schriftlichen Bericht voraus, welcher Umfang und Inhalt der Praxis dokumentiert.
Anfragen zum Einstieg in diese Ausbildung und Anmeldung
per Mail, bitte dabei um eine kurze Beschreibung der bisherigen Studien und Praktiken im Bereich Tantra, Yoga, Meditation. Die Einweihungen, welche bei jedem der drei Zyklen erforderlich sind, werden unter vier Augen, in Kleingruppen oder etwa einmal im Jahr am Beginn eines siebentägigen Retreats gegeben (immer max. 25 Teilnehmerinnen), siehe dazu
Termine. Alle bereits von mir erhaltenen Einweihungen können angerechnet werden, bei Einweihungen durch andere, häufig tibetische Meister ist das meistens nicht möglich, da diese nur selten ausreichende und vor allem PERSÖNLICHE Praxisinstruktionen geben. Bei mir stellen aber Einweihung und Erklärung eine untrennbare Einheit dar, beides erfolgt immer gleichzeitig.
Kosten
Die Teilnahme an dem Seminar kostet generell 25,- pro Monat, Überweisung per Dauerauftrag. Zahlungen für ein ganzes Jahr im Voraus sind willkommen, für ein Jahr 250,- (statt 300.-). Die Teilnahme kann jederzeit unterbrochen oder beendet werden, für nicht genutzte Zeiten geleistete Voraus-Zahlungen werden umstandslos refundiert. Alle Teilnehmerinnen an der Ausbildung können per Mail beliebige Fragen zu ihrer Praxis und zur Theorie stellen.
Dazu kommen noch die Kosten für die drei Einweihungen in die drei Zyklen. Diese können hier nicht angegeben werden, weil sie davon abhängen, ob die Einweihung unter vier Augen, in einer Kleingruppe oder im Lauf eines Wochenendseminars oder siebentägigen Retreats erfolgt. Der Einstieg in die Ausbildung erfolgt immer über eine Einweihung in einen der oben erwähnten Lehrzyklen, Übende, die schon vorn mir eine Einweihung erhalten haben, können sich diese nachträglich für die Ausbildung anrechnen lassen, in diesem Fall genügt eine Anmeldung per E-Mail.
Einen Vorgeschmack auf die Ausbildung gibt mein
Gratis-Fernkurs "Grundlagen des buddhistischen Tantra", dessen Inhalte sind für diese Ausbildung grundlegend.
Die Ausbildung Vidyadhara Tantra beruht auf der nondualen Sichtweise von Dzogchen. Diese Sichtweise hat NICHTS mit religiösen Regeln, Moralvorstellungen oder irgendwelchen Konzepten von höheren spirituellen Wahrheiten zu tun. Die Teilnehmerinnen an dieser Ausbildung können sich frei entscheiden, ob und was sie praktizieren wollen und welche Regeln sie einhalten wollen. Das Ziel ist Freiheit und die Methode ist Freiheit!
Selbstverständlich können alle Teilnehmerinnen an dieser Ausbildung zu tibetischen oder anderen spirituellen Meistern hingehen, wann immer sie wollen. Die sektiererische Einstellung bestimmter Meister, die ihre Schüler davon abhalten, zu anderen Lehrern hinzugehen, ist ein Missbrauch der Lehren.
Die Ausbildung besteht seit Anfang 2009, knüpft aber an die Erfahrungen der 1995-2008 bestehenden Nyingma Gruppe Österreich an, insbesondere an die von dieser Gruppe veranstalteten einwöchigen Retreats mit der nachfolgenden Betreuung der Teilnehmerinnen.
Ausbildungen-Überblick
Grundlagen-Fernkurs
Hevajra Projekt
Vidyadhara Tantra